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Bei professionellen Internetauftritten ist eine sorgfältige strategische Planung nötig. Ziel ist ein langfristig sinnvoller, sicherer, ggf. ausbaubarer
und kostengünstiger Betrieb.
Die einfachste Programmiermöglichkeit ist ein Zugriff auf die Funktionen von Apache mittels Perl oder PHP3/PHP4. Beide Scriptsprachen
ermöglichen eine gute Funktionsvielfalt bei vergleichbar breitem Know-How im Markt. Zudem hat fast jeder Provider Apache und speziell PHP preiswert im Angebot. Fast alle Provider bieten zudem die Datenbank MySQL im
Mietumfang des Servers an.
Active Server Pages sind Scripte für die Programmierung eine IIS-Systems von Microsoft. Die Programmierung ist in etwa gleich zu PHP
und Perl, was die Funktionsvielfalt angeht. Im Vergleich zu Apache ist der IIS weniger verbreitet und generell etwas teurer in der Miete.
Datenbankfrontends lohnen sich, wenn man eine bereits bestehende Datenbank mit relativ wenig Aufwand ins Netz bringen will. Zwei
Einschränkungen gelten jedoch: Soll eine große Datenbank direkt per Standleitung ans Netz angebunden werden, sind hohe Kosten im Bereich Sicherheit anfällig. Auch macht man sich von der gerade verwendeten
Versionsnummer der Datenbank abhängig. Langfristig kann diese Abhängigkeit teuer werden.
Die eleganteste, aber auch teuerste Anbindung an das Internet besteht in der Kombination aus Datenbank und Applikationsserver. Die
Datenbank hält alle gewünschten Daten vor. Was mit ihnen geschehen soll, wird im Applikationsserver programmiert. Damit entsteht eine Abstraktionsschicht, welche eine getrennte Verwaltung (auch Updates) von
Datenbank und Programmierung ermöglicht. Nachteile: teilweise enormer Bedarf an Rechenleistung und Plattenplatz, sowie einige ggf. nicht ganz ausgereifte Funktionen.
Aus strategischer Sicht kann man Kunden oft folgendes Vorgehen raten: Ein einfacher Webauftritt wird mit Apache, PHP und MySQL
realisiert. Einfach soll nicht heißen, daß die Angebote klein sein müssen. Durchaus sind Webauftritte von mehreren GB machbar.Wenn es wirklich ein sehr großer, komplex mit Warenwirtschaftssystemen vernetzter
Webauftritt sein soll, kommt man kaum um “richtige” Datenbanken wie Adabas, DB/2, Oracle oder ähnliche herum. Hier lohnt sich aus strategischer Sicht die Abstraktion der Programmierung via Applikationsserver wie
WebSphere, WebLogic oder ähnlichen Systemen. Leider ist das Zusammenspiel zwischen Datenbanken und den vergleichsweise neuen Applikationsservern nicht immer von Anfang an perfekt. Leichte Einbußen macht die
langfristige Ausbaubarkeit jedoch meist wett.
Zwischenschritte zwischen diesen beiden Extremen lohnen nur dann, wenn man das Angebot später nicht ausbauen möchte und die
angebundenen Datenbanken über Jahre hinaus dieselben bleiben. NT-basierte Angebote sind meist sehr proprietär. Aus sowohl strategischer Sicht (Emanzipationsstrategie und Erweiterbarkeit), wie auch vom Preis her
lohnt sich häufig NT nicht.
Preise: Die Servermiete bei gängigen, brauchbaren Providern 1&1 Puretec, CSL, Spacenet, etc) liegt für ein gutes Apache/PHP4/MySQL Paket um 10-25 EUR/Monat.
Datenbanken und Applikationsserver werden fast nur auf eigenen Rechnern betrieben, welche beim Provider eingestellt werden.
Kostenpunkt: ab 10.000 EUR für den Rechner mit Lizenzen (eher ab 50.000 EUR aufwärts), sowie ab 500 EUR monatliche Miete für Stellplatz, Datenverkehr, Wartung.
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